Sonntag, 15. November 2015

Niemals wieder Mutter

ich verstehe sie nun endlich
ihren Schmerz
ihr Gefühl verlassen worden zu sein
ihre Einsamkeit

wie ein dickköpfiges Kind
alle meine guten Ratschläge
unzählige Hilfeangebote
zärtliche Arschtritte
verpufft
zerfallen
verschwommen

was man tun könnte
was helfen würde
was er tun muss
tun soll
dabeibleiben
es verschiebt sich die realität
wird nach Wochen
immerwieder
zurechtgebogen
verebbt
zerronnen
verlaufen

zu wenig Energie
zu viel Schmerz
zu viel Arbeit
zu wenig Vertrauen
endlich die Einsicht
alles idealisiert
schöngeredet
Verhältnismäßigkeiten verschoben

mit der Freiheit
kommt seine Energie
alle Kraft in die Veränderung

wie eine Mutter fühle ich mich
das Kind zieht aus
blüht auf
kann alles alleine
ist stark

und wie wir gekämpft haben
um jedes Ding, das nicht weggeräumt war
um jedes Wort, das gesagt war
um immer wieder kehrende Aggression

dankbar
ist nun das Kind
leergesaugt die Mutter
bleibt zurück und schaut dem Kind zu
dem Horizont entgegen

wird es immer kleiner?
oder kommt es zurück?
soll ich ihm nach?

Dienstag, 22. April 2014

einzelkämpfer

sie sitzt hier, denklich unbequem.
die beine angewinkelt, die füße am drehstuhluntersatz.
kalte füße, feuchte zehen, taub am körper.
ihr kopf ist gar nicht da und glüht doch.
ellenbogen aufgestützt, starrt sie auf die digitalen sekunden eines bildschirms.
die gedanken schwanken.
zwischen einem lächeln, dass sie sich merklich abringt, das potenziale sucht und optimismus heraufbeschwören will.
und gedanken der wut, der angst, der traurigkeit, die sich - nur ab und zu und völlig plötzlich - in einem magenkrampf äußert.
man sollte die finger von so manchem lassen, insbesondere mancher gattung mensch. zu lernen versucht sie aus den umständen, schon jetzt. zu ende ist der prozess noch nicht, der kloß im hals ist noch am wachsen.
mit den kalten fingern kühlt sie ihre heiße trockene haut. die feuchten augen verschmelzen mit den wangen in zartem rot. sie presst ihre lippen zusammen, atmet tief durch.
nicht jeder lernt als kind, nur auf den eigenen vorteil zu achten. auf in den kampf.

Sonntag, 30. Dezember 2012

was ist leben

sie stochert in den brodelnden kichererbsen aber das hilft auch nicht.
es ist ende dezember, man braucht keine jacke.
ihre hände in depression, alles liegt tot rum.
das chaos so groß wie in ihr drinnen.
was nicht der körper ist, ist der geist.
doch sie kann sich nicht rühren.
alles tot.
alles durcheinander.
die gärung setzt ein.
schimmel läuft über die schrankfronten.
schnell hier raus ins gewitter.
der stoß in den abgrund,
vielleicht erweckt sie der aufprall.

Samstag, 29. Dezember 2012

aus der ferne lieben.

tränen müssen nicht ablaufen.
sie trocknen immer so schnell,
wie sie nachfließen.
stehen auf den unterlidern.
während sie sich nicht rührt.
worte hallen nach.

nein,
ich respektier dich nicht,
überhaupt nicht.
du hast dich sehr verändert,
ins negative.
wir haben keinen grund,
stolz auf dich zu sein.

er kennt sie nicht.
redet schon lange nichtmehr mit ihr.
weil sie aus einem andern winkel blickt,
versteht er sie nicht.
alles, was sie zur besichtigung freigibt,
wird negativiert.

ihr freigeist erstickt.
der freche schimmer wird zum glasigen blick.
das blut hält dem druck nicht stand und drückt aufs herz.

selbst friedensangebote kehren als giftpfeil zurück.
aber sie will doch überhaupt nicht immun werden.
abflachen. abstumpfen.
dann wird sie wohl daran verrecken.

Dienstag, 18. Dezember 2012

ein platzhirsch.

ein körper prallt auf ein auto.
ein knochen bricht stunden später.
während scheiße gegen fließen fliegt.
immernoch dieses schwarze öl an den lederhandschuhen.
das sich einfach nicht mit dem regen mischt.
ein rehbock auf dem tisch, der mir den platz nimmt.
schmatzend sitzt sie da, bedroht von morallosigkeit.
smaragdgrüne augen helfen ihr auch da nicht, weil sie sowieso nur tief in meine blickt.
nicht in die der schwachen herrscherin.
während die alltagssklavin sich füttern lässt,
geht auch die rebellin zu bett.
in ihren träumen verklebt der regen nicht hülle und haut, da klärt er die gedanken.

Mittwoch, 21. November 2012

soul

dieses stechende gefühl.
kennst du das, du läufst schneller als sonst und es ist kälter als durchschnittlich und dein hals, in kehlkopfhöhe oder darüber veranstaltet irgenetwas zwischen ziehen und jucken und schmerzen?
das habe ich nun, während ich mitten im geheizten raum stehe und den letzten geruch deines unterhemds in mich sauge. und dabei beginnen heiße tränen zu laufen.
"Senses dissolve into soliloquies
flooding ascent in synchronicity
But we couldn't stay together
I knew this wouldn't last forever"
schallt es aus meinen boxen.
ich drehe mich.
ja, das gefühl im hals hatte ich fast vergessen.
es kommt immer dann, wenn die tränen einsetzen, man das schluchzen aber noch zu verhinden versucht.
ich drehe mich.
alles dreht sich.
ich atme dich.
das letzte mal.
dann sende ich deine erinnerung in pappe und klebeband an dich zurück.
das lied ist vorbei.
stille.
rhytmischer soul folgt.

Sonntag, 4. November 2012

ach ruby.

oh, lieb von dir. bin leider nun verplant.
ich wäre lieber vor ein paar wochen mit dir kaffee trinken gegangen als jetzt so ein für unwissende tolles angebot zu bekommen. so, musste mal gesagt werden. viel spaß da.

ach ruby,
meint er dann,
du bist so voller vorwürfe, das ist nicht gut fürs zusammenarbeiten und freunde sein. oder so.

dem freundschaftlichen anbahnen stehts auch im weg nach sonnenuntergang zu picknicken und keine neue verabredung anzusetzen, wenn man zweimal abgesagt hat. und das haupthindernis ist, wenn man sein ziel nicht kommuniziert. hast du ja jetzt gemacht, schön, wenn ichs verdaut hab, komm ich drauf zurück.
entschuldige die vorwürfe, nimm sie einfach als kompliment, wenn du damit nicht umgehen kannst.

nichts,
kommt daraufhin von ihm zurück.

verdammt, man sagt auch nicht, dass man gern wüsste, wie der andere sich küsst. und man lässt sich nicht erzählen, dass man herzbruchpotenzial hat. geh doch allein schweigen.

ach doch, er bietet mir gras zum drüberwachsen an. mal sehn, wie grün solls denn sein?
ernsthaft? ja, er schreibt wir.

{ruby ist der name eines meiner goldfische, meiner bleibt mir, ruby ist da nicht so}

Sonntag, 28. Oktober 2012

helden

ein fuchs hat in mein herz gestochen, denn er kam im heldenhaften hasenkostüm. ich dachte, ich hätte die regerationsphase hinter mir, aber mein vertrauen in heldenhasen ist nach wie vor gebrochen.

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